"Sonst nimm eine Paracetamol": Internationaler Tag der Migräne
Heute ist der Internationale Migränetag. Dieser Tag soll mehr Aufmerksamkeit auf Migräne lenken. Denn Migräne ist mehr als "ein bisschen Kopfweh". Dennoch werden die Symptome oft noch unterschätzt. Vielen Patienten wird gesagt, sie täten nur so" oder es sei nicht so schlimm". Kommentare wie "nehmen Sie doch ein Paracetamol" oder "gehen Sie mal an die frische Luft" machen es den Patienten besonders schwer. Migräne ist eine schwerwiegende Erkrankung des Gehirns, die sich stark auf das tägliche Leben auswirkt.
Als Apotheke möchten wir Ihnen helfen, die richtige Behandlung zu bekommen und Ihre Medikamente sicher einzunehmen. In diesem Artikel lesen Sie, was Migräne ist, wie sie sich von anderen Kopfschmerzformen unterscheidet, welche Medikamente zur Verfügung stehen und welche Rolle wir als Apotheke spielen.
Was ist Migräne?
Migräne ist eine neurologische Störung. Die Ursache liegt im Gehirn. Es gibt Anfälle, die oft zwischen 4 und 72 Stunden dauern. Während eines Anfalls haben Sie:
- starke, pochende Kopfschmerzen (meist auf einer Seite des Kopfes),
- Übelkeit oder Erbrechen,
- Überempfindlichkeit gegen Licht und Geräusche.
Gelegentlich können Sie auch eine Aura haben: das sind vorübergehende Symptome wie Sternensehen, verschwommenes Sehen oder Kribbeln.
Unterschied zwischen gewöhnlichem Kopfschmerz und Clusterkopfschmerz
Viele Menschen denken, Migräne sei "gewöhnlicher Kopfschmerz", aber das stimmt nicht.
- Gewöhnlicher Spannungskopfschmerz: fühlt sich oft drückend an, auf beiden Seiten des Kopfes. Er ist lästig, aber Sie können normalerweise mit Ihrem Tag weitermachen.
- Cluster-Kopfschmerz: Er ist selten und extrem schmerzhaft. Man bekommt kurze, aber sehr intensive Anfälle um ein Auge herum. Clusterkopfschmerz wird oft als "Selbstmordkopfschmerz" bezeichnet, weil der Schmerz so intensiv ist.
- Migräne: liegt dazwischen. Die Attacken sind langanhaltend und schwer, wechseln sich aber mit Perioden ohne Symptome ab.
Es ist wichtig, dass Ärzte und Neurologen sie richtig unterscheiden. Hierfür gibt es Protokolle. Der Hausarzt folgt zunächst einem Stufenplan: Gespräch, Tagebuch der Symptome und körperliche Untersuchung. Falls erforderlich, überweist der Hausarzt an einen Neurologen.
Welche Medikamente gibt es gegen Migräne?
Es gibt verschiedene Arten von Medikamenten. Einige sind frei in Apotheken oder Drogerien erhältlich. Andere sind nur auf Rezept bei Ihrem Hausarzt oder Neurologen erhältlich.
Rezeptfrei erhältlich:
- Paracetamol: hilft manchmal bei einem leichten Anfall.
- Ibuprofen oder Naproxen (NSAIDs): wirken oft besser gegen die Schmerzen als Paracetamol.
Rezeptpflichtig:
- Triptane (z.B. Sumatriptan, Rizatriptan, Zolmitriptan): wirken speziell gegen Migräne und können einen Anfall stoppen.
- Brechmittel (wie Metoclopramid oder Domperidon): zur Verringerung von Erbrechen und Übelkeit.
Medikamente zur Vorbeugung von Anfällen:
Wenn Sie häufig unter Migräne leiden (z. B. mehr als 2 Mal pro Monat), kann der Arzt Medikamente zur Vorbeugung von Anfällen verschreiben:
- Betablocker (wie Propranolol, Metoprolol).
- Antiepileptika (z. B. Topiramat, Valproinsäure).
- Antidepressiva (z. B. Amitriptylin).
- Botox-Injektionen: bei chronischer Migräne, verabreicht von einem Neurologen.
Neue Behandlungen:
Seit kurzem gibt es CGRP-Hemmer (z. B. Erenumab). Diese Medikamente sind für Menschen mit sehr schwerer Migräne gedacht, die auf andere Medikamente nicht gut ansprechen. Sie sind teuer und werden nur unter strengen Auflagen nach einem umfangreichen Kurs verschrieben und erstattet.
Behandlung ohne Medikamente
Neben der medikamentösen Behandlung gibt es viele Dinge, die Sie selbst tun können, um Anfälle zu reduzieren:
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Regelmäßigkeit.
- Vermeiden Sie Stress und lassen Sie Entspannungsmomente aus.
- Kontrollieren Sie Nahrungsmittel und Alkohol (einige Produkte sind Auslöser).
- Führen Sie ein Kopfschmerztagebuch, um Muster zu erkennen.
Die Rolle der Apotheke
Was macht die Apotheke für Sie?
- Aufklärung: Wir erklären Ihnen, wie Sie Ihre Medikamente sicher und richtig anwenden.
- Kontrolle: Wir prüfen, ob sich Ihre Medikamente mit anderen Medikamenten, die Sie einnehmen, vertragen.
- Beratung: Wir geben Ihnen Tipps, damit Sie sich an Ihre Behandlung halten.
- Beratung: Auch wenn Sie nicht verschreibungspflichtige Medikamente kaufen, helfen wir Ihnen, darüber nachzudenken, ob dies zu Ihrer Situation passt.
Sind Sie häufig von Migräne betroffen, nehmen Sie Medikamente ein oder haben Sie Zweifel wegen Nebenwirkungen? Dann sind wir Ihre erste Anlaufstelle.
Migräne verdient mehr Aufmerksamkeit
Migränepatienten werden noch immer nicht immer ernst genommen. Die Menschen in ihrem Umfeld verstehen manchmal nicht, wie intensiv ein Anfall ist. Das kann zu Missverständnissen, verpassten Arbeitstagen und sogar zu Einsamkeit führen.
Deshalb ist der Internationale Migränetag am 12. September so wichtig. Es ist ein Tag, der zeigen soll, dass Migräne eine echte Krankheit ist und dass eine angemessene Behandlung möglich ist.
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