Versagende Arzneimittelpolitik in den Niederlanden; großer Mangel an pädiatrischen Antibiotika
"Ministerin macht auf Mangel an Antibiotika für Kinder aufmerksam", schrieben niederländische Zeitungen vor einer Woche. Die scheidende Ministerin Pia Dijkstra (Medizinische Versorgung) forderte kürzlich die Hersteller von Antibiotika auf, sich zu melden. Der Grund? Es besteht ein enormer Mangel an Antibiotika für Kinder, und eine rasche Zulassung neuer Antibiotika könnte den Bedarf lindern. Vielleicht haben Sie das als Eltern selbst schon erlebt. Und in der Pharmazie können wir sicherlich darüber reden!
Nicht erhältlich
Und nicht nur der Parool schrieb darüber. Amoxicillin in Getränkeform ist derzeit nicht erhältlich. Und wo liegt hier das Problem? Im Gegensatz zu anderen Medikamenten ist es schwierig, eine Alternative für Antibiotika zu finden. In der Apotheke tun wir alles, um in Absprache mit Ihrem Arzt eine gute Alternative für Ihr Kind zu finden.
Ist wirklich kein anderes Mittel denkbar?
Diese Frage hören wir oft. Im Falle von Kinderantibiotika ist die Alternative ein Medikament, das nicht die erste oder zweite Wahl ist, mehr Nebenwirkungen hat und anders dosiert ist. Als Gesundheitsdienstleister sind wir sehr vorsichtig und wollen auf keinen Fall "übertherapieren". Das ist also eine komplizierte Angelegenheit.
Kinder Tabletten schlucken lassen?
Die Lösung kann darin bestehen, zu versuchen, die richtige Dosis mit auflösbaren Tabletten zu verabreichen. Aber bei Kindern wird in der Apotheke mit Milligramm und Millimetern gerechnet. Und wirklich ein Lösungsmittel aus einer Tablette zu machen, ist nicht wünschenswert.
Wer wird dieses Problem lösen?
Das Ministerium, die NZa und die Krankenversicherer müssen dafür sorgen, dass jeder Niederländer Zugang zu einer guten Versorgung hat. Die Versicherer haben dabei eine leitende Funktion, und neben der Verfügbarkeit der Versorgung sind sie auch dafür verantwortlich, die Kosten so weit wie möglich zu senken. Dies ist auch bei Antibiotika der Fall. Dies hat zur Folge, dass andere Anbieter, die etwas teurer sind, bei den Versicherern den Status "wird nicht erstattet" erhalten. Die Hersteller reduzieren dann die Produktionsmengen oder nehmen das Medikament ganz vom Markt. Logisch, denn schließlich werden diese Medikamente dem Patienten nicht erstattet. Wenn also der "billigste" Hersteller selbst ein Lieferproblem hat, können die anderen Anbieter die Nachfrage nicht mehr decken. Das ist eine der Ursachen für Arzneimittelengpässe.
Apotheker haben bereits Pläne vorgelegt, die das Problem weitgehend lösen. Bislang wurden diese jedoch nicht angenommen.
Die Arzneimittelpolitik in den Niederlanden führt zu solchen höchst unerwünschten Nebeneffekten bei der Arzneimittelversorgung. Wir hoffen, dass die Politik und die Krankenkassen jetzt bald handeln werden!