Sturzprävention und Medikamente
Stürze sind bei älteren Menschen weit verbreitet und können zu schwerwiegenden Folgen wie Knochenbrüchen oder Krankenhausaufenthalten führen. Ein wichtiger Faktor, der oft vergessen wird, ist die Einnahme von Medikamenten. Tatsächlich können bestimmte Medikamente das Sturzrisiko erhöhen, insbesondere bei älteren Menschen. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Sturzrisiko verringern können, wenn Sie Medikamente einnehmen.
Wie wirken sich Medikamente auf das Sturzrisiko aus?
Wenn Sie älter werden, benötigen Sie wahrscheinlich mehr Medikamente, um gesundheitliche Probleme zu behandeln. Leider kann Ihr Körper diese Medikamente nicht mehr so schnell verarbeiten, so dass die Nebenwirkungen länger anhalten. Dies gilt besonders für Medikamente wie Schlafmittel, starke Schmerzmittel und blutdrucksenkende Mittel. Diese Medikamente können Nebenwirkungen wie Schwindel, Schläfrigkeit oder Gleichgewichtsstörungen hervorrufen, die das Risiko von Stürzen erhöhen.
Medikamente, die das Sturzrisiko erhöhen
Einige Medikamente können Ihren Blutdruck, Ihr Gleichgewicht oder Ihre Gehirnfunktion beeinträchtigen. Es ist bekannt, dass die folgenden Medikamente Ihr Sturzrisiko erhöhen:
- Schlafmittel oder Medikamente gegen Angstzustände (Benzodiazepine): Diese können Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen und Ihr Gleichgewicht und Ihre Wachsamkeit beeinträchtigen.
- Starke Schmerzmittel wie Morphin, Tramadol oder Oxycodon: Diese Medikamente machen Sie oft schläfrig und können Ihr Gleichgewicht beeinträchtigen.
- Blutdruckmedikamente und harntreibende Mittel (Diuretika): Sie können Schwindel verursachen, besonders wenn Sie schnell aufstehen.
Außerdem gibt es bestimmte Medikamentengruppen, die ein erhöhtes Sturzrisiko bergen:
- Psychopharmaka: Das sind Medikamente, die das Gehirn beeinflussen, wie z. B. Benzodiazepine, Antipsychotika und Antidepressiva. Diese Medikamente können Ihr Gleichgewicht und Ihre Wahrnehmung beeinträchtigen und so das Risiko eines Sturzes erhöhen.
- Herz-Kreislauf-Medikamente: Medikamente, die Ihr Herz-Kreislauf-System beeinflussen, wie nicht-selektive Betablocker, Antiarrhythmika, gefäßerweiternde Mittel und Kalziumantagonisten, können Ihren Blutdruck senken und Schwindel verursachen.
- Opioide und Antiepileptika: Dies sind starke Schmerzmittel und Medikamente gegen Epilepsie, die ebenfalls Ihr Gleichgewicht und Ihre Koordination beeinträchtigen können.
Die Gefahr der Polypharmazie
Polypharmazie ist die gleichzeitige Einnahme von vier oder mehr Medikamenten, häufig bei älteren Menschen. Dadurch erhöht sich das Risiko von Stürzen, vor allem, wenn sich die Wirkungen der Medikamente gegenseitig beeinflussen. Dabei geht es nicht nur um die Menge der Medikamente, sondern vor allem um die Kombination von Medikamenten, die sich auf Ihr Gleichgewicht, Ihre Balance und Ihren Blutdruck auswirken können. Deshalb ist es wichtig, die Einnahme von Medikamenten regelmäßig mit uns oder Ihrem Hausarzt zu besprechen, insbesondere wenn Sie bemerken, dass Sie sich schwindlig fühlen oder unsicher gehen.
Wann sollten Sie sich an Ihren Hausarzt oder Apotheker wenden?
Es ist ratsam, regelmäßig mit Ihrem Hausarzt oder uns über die Einnahme von Medikamenten zu sprechen, insbesondere in folgenden Situationen:
- Wenn Sie Medikamente einnehmen, die das Sturzrisiko erhöhen, wie z. B. Schlaftabletten, starke Schmerzmittel, blutdrucksenkende Medikamente oder Medikamente zur Behandlung psychischer Probleme.
- Wenn Sie sich regelmäßig schwindelig, schläfrig oder schläfrig fühlen.
- Wenn Sie Angst vor Stürzen haben oder bemerken, dass Sie unsicher gehen.
- Wenn Sie im vergangenen Jahr gestürzt sind, könnte dies ein Zeichen dafür sein, dass Ihre Medikamenteneinnahme überprüft werden muss.
- Wenn Ihnen neue Medikamente verschrieben werden. Fragen Sie immer nach möglichen Nebenwirkungen und wie sie sich auf Ihr Gleichgewicht auswirken können.
Wie Sie das Risiko eines Sturzes durch Medikamente verringern können:
Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Risiko eines Sturzes durch Medikamente zu verringern. Hier einige Tipps:
- Besprechen Sie sich regelmäßig mit Ihrem Apotheker oder Arzt: Sie können Ihre Medikamente überprüfen und feststellen, ob es Alternativen gibt, die das Sturzrisiko verringern.
- Lesen Sie die Packungsbeilage sorgfältig: Achten Sie auf Nebenwirkungen wie Schwindel, Schläfrigkeit oder Gleichgewichtsstörungen.
- Holen Sie sich Ratschläge zur besten Einnahmezeit Ihrer Medikamente: Manchmal ist es besser, Medikamente abends einzunehmen, um tagsüber weniger Nebenwirkungen zu haben.
- Achten Sie auf Veränderungen: Wenn Sie bemerken, dass Sie sich durch neue Medikamente anders fühlen, besprechen Sie dies mit uns oder Ihrem Hausarzt.
Was können wir für Sie tun?
Als Apotheke können wir eine Rolle bei der Verringerung des Sturzrisikos durch Medikamente spielen. Wir können Ihnen helfen, indem wir prüfen, ob Ihre Medikamente gut aufeinander abgestimmt sind und ob es Kombinationen gibt, die Ihr Sturzrisiko erhöhen. Wir können Sie auch beraten, wie und wann Sie Ihre Medikamente am besten einnehmen und mögliche Nebenwirkungen besprechen. Sprechen Sie daher sofort mit uns, wenn Sie sich Sorgen über die Einnahme Ihrer Medikamente machen oder Nebenwirkungen wie Schwindel oder Schläfrigkeit bemerken. Wir können Ihre Medikamenteneinnahme anpassen oder andere Mittel wählen, die möglicherweise sicherer für Sie sind.
Gemeinsam das Sturzrisiko senken
Wenn Sie auf die Auswirkungen von Medikamenten achten und dies mit uns besprechen, können Sie das Sturzrisiko erheblich verringern. Dies trägt zu einem sichereren, gesünderen und unabhängigeren Lebensstil bei. Indem wir zusammenarbeiten, können wir viele Probleme verhindern und Ihre Lebensqualität verbessern.