Genotypering

Genotypisierung

Medikamente werden oft durch Enzyme (das sind bestimmte Proteine) in unserer Leber oder im Darm aktiv oder inaktiv gemacht. Manchmal arbeitet ein solches Enzym zu stark oder zu langsam. Das wird von unseren Genen bestimmt.

Angenommen, ein bestimmtes Medikament wirkt bei Ihnen nicht oder es verursacht schwere Nebenwirkungen, weil zu viel davon ins Blut gelangt. Dann fehlt Ihnen vielleicht ein Enzym oder Sie haben zu viel davon.

Der Apotheker ist ein Spezialist auf diesem Gebiet. Er berät dann mit Ihrem Hausarzt, warum er eine Untersuchung durchführen soll. Diese Untersuchung wird Genotypisierung genannt. Der Apotheker lässt sich dann von einem Speziallabor ein Set schicken, um einen Wangenabstrich von Ihnen zu nehmen. Diesen schicken Sie dann zurück, und das Ergebnis wird an die Apotheke geschickt. Das Ergebnis wird vom Apotheker ausgewertet.

Dieser zusätzliche Service der Apotheke kostet Sie nichts, wenn Ihr Hausarzt mit dem Test einverstanden ist.

Beispiel

Sie bekommen Tramadol verschrieben, aber dieses Schmerzmittel wirkt bei Ihnen nicht. Sie sollten dies sofort melden, da Sie sonst unnötige Schmerzen erleiden. Sie bekommen dann ein anderes Schmerzmittel und wir stellen einen Antrag für Sie. Nun ist es so, dass Tramadol eigentlich durch ein Enzym aktiv gemacht wird. Wenn Sie also zu wenig von diesem Enzym haben, kann es nicht aktiv werden. Nun kann es sein, dass Sie Metoprolol gegen eine zu hohe Herzfrequenz oder gegen Herzinsuffizienz erhalten. Genau dieses Medikament wird durch dasselbe Enzym inaktiviert. Das bedeutet, dass Sie eine viel geringere Dosis Metoprolol benötigen, um die gleiche Wirkung zu erzielen, weil viel zu wenig Metoprolol inaktiv gemacht wird.

Wussten Sie, dass dies lebensbedrohlich sein kann? Denn nehmen wir an, Sie landen mit einer sehr hohen Herzfrequenz im Krankenhaus. Und Sie können nicht sagen, dass Ihnen dieses Enzym fehlt. Dann kann der Spezialist Ihnen Metoprolol verabreichen, in der Regel per Injektion oder Infusion, um die Herzfrequenz zu senken. Das Metoprolol wird dann viel zu hoch dosiert, was zu einer lebensbedrohlichen Verlangsamung der Herzfrequenz oder sogar zum Herzstillstand führen kann. Dies wird durch Genoytpering verhindert.