Pharmazeutische Versorgung für 65+
Was macht die Apotheke?
Die Zielgruppe 65+ nimmt einen wichtigen Platz in der pharmazeutischen Versorgung ein. Viele ältere Menschen haben mit chronischen Erkrankungen zu kämpfen und nehmen daher mehrere Medikamente ein. Als Apotheke spielen wir eine entscheidende Rolle bei der Gewährleistung der Sicherheit und Wirksamkeit dieser Medikamente. In diesem Artikel gehen wir auf die am häufigsten von älteren Menschen eingenommenen Medikamente ein und geben Tipps für deren richtige Anwendung. Außerdem erläutern wir, wie wir unsere Versorgung weiter auf diese spezielle Zielgruppe abstimmen.
Bevorzugte Arzneimittel
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Blutdruckhemmer (Antihypertensiva)
Bluthochdruck ist bei älteren Menschen häufig und wird in der Regel mit Medikamenten wie ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Antagonisten, Betablockern und Kalziumantagonisten behandelt. Ein bekanntes Beispiel ist Lisinopril (ein ACE-Hemmer). Diese Medikamente senken den Blutdruck und verringern das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es ist wichtig, diese Medikamente jeden Tag zur gleichen Zeit einzunehmen und Nebenwirkungen wie Schwindel sofort zu melden.
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Cholesterinsenkende Medikamente (Statine)
Viele ältere Menschen nehmen Statine wie Simvastatin oder Atorvastatin ein, um den Cholesterinspiegel zu senken und so Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Wir empfehlen, diese Medikamente abends einzunehmen, da der Körper nachts mehr Cholesterin produziert. Außerdem ist es wichtig, dass Sie Ihren Cholesterinspiegel regelmäßig kontrollieren lassen und Muskelschmerzen, eine häufige Nebenwirkung, ansprechen.
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Antikoagulanzien (Blutverdünner)
Blutverdünner wie Acenocoumarol, Phenprocoumon oder die neueren DOACs (Direct Oral Anticoagulants) werden häufig älteren Menschen mit Herzrhythmusstörungen oder nach einer Thrombose verschrieben. Bei diesen Medikamenten ist es wichtig, die verordnete Dosierung genau einzuhalten und keine Dosen auszulassen. Bei Patienten, die altmodische Blutverdünner einnehmen, ist eine regelmäßige Überwachung des Blutspiegels (INR-Wert) erforderlich.
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Schmerzmittel und Entzündungshemmer
Ältere Menschen nehmen häufig Schmerzmittel wie Paracetamol bei chronischen Schmerzen und Entzündungshemmer wie Ibuprofen bei Arthrose oder anderen Gelenkproblemen. Wir empfehlen, Entzündungshemmer vorzugsweise während der Mahlzeiten einzunehmen, um Magenverstimmungen zu vermeiden. Die langfristige Einnahme von Entzündungshemmern kann zu Magen- oder Nierenproblemen führen, weshalb eine regelmäßige Rücksprache mit dem Arzt ratsam ist.
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Tipps zur Medikamenteneinnahme bei älteren Menschen
- Medikamentenberatung
Viele Menschen über 65 nehmen mehrere Medikamente gleichzeitig ein. Dies kann zu einer so genannten Polypharmazie führen, bei der das Risiko von Nebenwirkungen oder unerwünschten Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten besteht. Wir bieten eine umfassende Medikationsberatung an und überprüfen regelmäßig, ob die Kombination von Medikamenten noch angemessen ist. Falls nötig, nehmen wir in Absprache mit dem Arzt Anpassungen vor. - Maßgeschneiderte Medikamente
Ältere Menschen können aufgrund körperlicher Veränderungen, wie zum Beispiel einer eingeschränkten Nierenfunktion, anders auf Medikamente reagieren. Daher passen wir die Dosierung bei Bedarf an und berücksichtigen persönliche Faktoren wie Ernährung, andere Medikamente und Lebensstil. - Medikamentenrolle und Lieferung
Für viele ältere Menschen ist es schwierig, die Einnahme ihrer Medikamente selbst zu überwachen. Deshalb bieten wir die Medikamentenrolle an, ein praktisches System, bei dem die Medikamente nach Einnahmezeitpunkt verpackt werden. Das verhindert Fehler und gibt den Patienten und ihren Pflegern mehr Sicherheit. Außerdem liefern wir Medikamente nach Hause, damit auch ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind, ihre Medikamente rechtzeitig erhalten. - Information und Beratung
Wir nehmen uns die Zeit, um umfassend über die richtige Einnahme von Medikamenten, mögliche Nebenwirkungen und das Verhalten bei vergessenen Dosen zu informieren. Auch bei praktischen Fragen wie dem Öffnen von Medikamentenbehältern oder der Verwendung von Hilfsmitteln wie Pillenboxen helfen wir weiter. - Periodische Medikamentenüberprüfung
Eine regelmäßige Medikamentenüberprüfung ist ein fester Bestandteil unserer Altenpflege. Dabei überprüfen wir, ob die aktuelle Medikation noch angemessen ist oder ob Anpassungen notwendig sind. Wir tun dies in Absprache mit dem Arzt und dem Patienten und achten dabei auch auf mögliche Neben- und Wechselwirkungen der Medikamente.