Gesundheit im Winter
Der Winter ist die Zeit der Grippe, der Erkältungen und der schwachen Immunität. Weniger Sonnenlicht, Kälte und weniger Bewegung bedeuten, dass das Immunsystem härter arbeiten muss. In der Apotheke klagen wir in dieser Zeit häufiger über Atemwegsprobleme, Muskelkater, trockene Haut und Müdigkeit. Auch Niedergeschlagenheit und Schlafprobleme treten häufiger auf.
Gesundheit und Lebensstil
Wer sich viel in geschlossenen Räumen aufhält, bewegt sich weniger und bekommt weniger Sonnenlicht ab. Dadurch sinkt nicht nur das Energieniveau, sondern auch der Vitamin-D-Spiegel. Laut Thuisarts.nl und Apotheek.nl wird eine Nahrungsergänzung für ältere Menschen, Menschen mit dunkler Haut oder Menschen, die nicht viel im Freien sind, empfohlen. Vitamin D unterstützt das Immunsystem und hilft, die Muskeln stark zu halten.
Während der Festtage sorgen fettes Essen, Alkohol und schlechter Schlaf für zusätzliche Belastung. Alkohol beeinträchtigt auch die Wirkung von Schlafmitteln, Antidepressiva und Schmerzmitteln.
Medikamente und Kälte
In vielen Fällen verengen sich die Blutgefäße bei Kälte, wodurch Blutdruckmedikamente wie Metoprolol, Atolol, Enalapril oder Amlodipin manchmal stärker wirken. Ältere Menschen können daher schneller unter niedrigem Blutdruck oder Schwindelgefühlen leiden. Sprechen Sie mit Ihrem Apotheker, wenn Sie dies bemerken.
Inhalative Medikamente gegen Asthma oder COPD werden im Winter häufiger eingesetzt, weil kalte Luft die Atemwege anregt. Lassen Sie Ihre Inhalationsanweisungen überprüfen, um Kurzatmigkeit zu vermeiden.
Auch Antidepressiva (wie Sertralin, Citalopram oder Amitriptylin) und Schlafmittel (wie oxazepam, temazepam oder Zolpidem) können stärker wirken, wenn Sie sich weniger bewegen oder weniger Tageslicht bekommen. Alkohol verstärkt die sedierende Wirkung dieser Medikamente und erhöht das Risiko von Stürzen, Schläfrigkeit oder Atemproblemen.
Auch die Kombination von Schmerzmitteln mit Alkohol ist riskant: Paracetamol kann bei übermäßiger Einnahme die Leber belasten, und NSAIDs (wie ibuprofen oder naproxen) erhöhen das Risiko von Magen- oder Darmblutungen.
Tipps:
- Trinken Sie keinen Alkohol, wenn Sie Schlaf- oder Beruhigungsmittel einnehmen.
- Halten Sie maximal zwei alkoholfreie Tage pro Woche ein.
- Besprechen Sie die Einnahme im Zweifelsfall mit Ihrem Apotheker - er kann prüfen, ob Ihre Kombination sicher ist.
Antibiotika: Verwenden Sie sie verantwortungsvoll
Antibiotika helfen nur gegen bakterielle Infektionen, nicht gegen Viren wie Grippe oder Erkältungen. Unnötiger Gebrauch führt dazu, dass Bakterien desensibilisiert werden (Resistenz), so dass sie schwerer zu behandeln sind.
Nutzen Sie Antibiotika immer genau so, wie sie Ihnen verschrieben wurden:
- Beenden Sie die Behandlung, auch wenn Sie sich besser fühlen.
- Lassen Sie keine Dosen aus.
- Tauschen Sie Ihre Medikamente niemals mit anderen aus.
- Vermeiden Sie Alkohol mit Medikamenten wie Metronidazol und Tinidazol - dies kann zu starker Übelkeit und Schwindel führen.
Unsere Apotheker arbeiten mit Hausärzten zusammen, um einen verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika zu fördern. Sind Sie im Zweifel, ob Antibiotika notwendig sind? Auf Thuisarts.nl können Sie lesen, wann dies der Fall ist.
Kontraindikationen und Polypharmazie
Im Winter nehmen viele Menschen zusätzlich Medikamente gegen Grippe, Erkältung oder Schmerzen ein. Bei älteren Menschen oder solchen, die mehrere Medikamente einnehmen, erhöht sich dadurch das Risiko von Wechselwirkungen.
Wir überprüfen automatisch Kombinationen wie Schmerzmittel mit Blutverdünnern oder Antibiotika mit Gerinnungshemmern.
Ein Beispiel:
Ein Patient mit Herzproblemen nimmt das blutverdünnende Medikament Acenocoumarolund beschließt, vorübergehend Ibuprofen gegen Muskelschmerzen zu nehmen. Der Apotheker sieht diese Kombination, warnt vor einem erhöhten Risiko von Magenblutungen und empfiehlt, auf Paracetamol umzusteigen.
Was ist der Vorteil? Ein geringeres Risiko für Komplikationen, eine sicherere Genesung und weniger Krankenhauseinweisungen aufgrund von Blutungen - das lässt sich durch einen Medikamenten-Check in Ihrer Apotheke leicht verhindern.
Sagen Sie also immer, welche Medikamente Sie einnehmen, auch Vitamine, pflanzliche Präparate oder Nahrungsergänzungsmittel, damit alles sicher aufeinander abgestimmt ist.